Kunst im Schornstein
Margret Hoppe


Vita
Geb. 1981 in Greiz, Thüringen
Sie absolvierte 2007 ihr Diplom bei Prof. Timm Rautert und 2009 ihren Meisterschülerabschluss bei Prof. Christopher Muller. Von 2005-2006 studierte sie an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris bei Jean Marc Bustamante und Christian Boltanski und realisiert seitdem viele Projekte und Ausstellungen in Frankreich. Neben ihrer Arbeit als künstlerische Fotografin kuratiert sie Ausstellungen, wie das Projekt Reflective Architecture in Ahmedabad in Indien oder die Ausstellung von Roseanne Lynch in der Halle 9 der Techne Sphere Leipzig. Die Fotografin Margret Hoppe widmet sich seit vielen Jahren der Architekturfotografie, häufig im historischen oder gesellschaftlichen Kontext. Mit der Reihe „Unterbelichtete Moderne“ stellte sie Architektur, die im Umfeld des Bauhauses entstand, aber wenig bekannt ist, in den Fokus. In anderen Projekten wie „Die verschwundenen Bilder“ oder „Bulgarische Denkmale“ setzt sie sich mit dem Verschwinden von Kunst und Denkmälern im Rahmen von gesellschaftlichen Umbrüchen auseinander. 2024 war sie Stipendiatin der Stiftung Bauhaus Dessau im Meisterhaus Muche, wo ihre neue Serie „Pair/Unpair“ entstand. Neben freien künstlerischen Projekten erarbeitet sie fotografische Serien im Bereich der Architektur- und Industriefotografie, wie ein Auftrag zu Paul Schneider-Esleben für das Architekturmuseum der TU München, die Baudokumentation der Niemeyer Sphere Leipzig und auch die Serie „Schwarzes Gold“ für eins energie in sachsen.

Fotoserie "Schwarzes Gold"
Chemnitz, 2024-2025 Serie von 23 analogen Fotografien, 100 x 80 cm und 24 x 30 cm C-Prints, Kaschiert auf Alu-Dibond, 2 Wandtapeten
Schwarzes Gold ist eine Serie von Fotografien, die im Auftrag für das Unternehmen eins in den Jahren 2024-2026 entstanden ist. Die fotografischen Aufnahmen entstanden 2024, kurz nach dem Ausstieg aus der Braunkohleverbrennung. Daraufhin wurden die Fotografien für eine Ausstellung im Fuß der „Esse“ produziert und ein künstlerischer Parcour in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler Steffen Seeger für die Räume entwickelt. Als schwarzes Gold bezeichnete man die Kohle, die über Jahrzehnte ein wichtiger und wertvoller Energielieferant war. Sie wurde in der Region um Leipzig abgebaut wurde und trug erheblich zum Wohlstand und zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei. Über 60 Jahre war das Heizkraftwerk wichtiger Bestandteil der Industriekultur von Chemnitz und mit dem 18. Januar 2024 endete diese beispielhafte Geschichte der Braunkohleverbrennung. In meiner fotografischen Serie habe ich die Orte des Heizkraftwerks, die mit der Energiewende zurückgebaut werden und verschwinden, festgehalten. Zu sehen sind Kesselhäuser, eine Turbine oder ein Schaufelradbagger, welche auf die einstigen Produktionsabläufe des Heizkraftwerks verweisen. Gerade noch sind die letzten Reste von Kohlenstaub zu sehen, die Kesselanlagen verströmen noch den Geruch nach verbrannter Kohle. In der Blockwarte kann man noch imaginieren, wie sie von Menschenhand bedient wurde. Für mich war das Fotografieren dieses Ortes eine Freude, da mich die Schönheit dieser Industriearchitektur faszinierte. Nahezu archaisch erscheinen die Kessel oder eine alte Dampfturbine im scheinbaren Labyrinth der Anlagen. Man klettert über Leitern nach oben und unten und erahnt nur, in welcher Hitze hier geschuftet wurde, zwischen Ruß und Stahl. In eigener Farbpalette wiederum strahlt das Äußere der Gebäude, rote Träger und blau weiß gestreifte Kühltürme. Man könnte denken, einige der Maschinen kommen „zurück aus der Zukunft“ und es ist unmöglich, sie wieder in Betrieb zu setzten.
Ausgezeichnet für unsere Region
Als sächsischer Versorger stellen wir für die Menschen in und aus der Region das ganze Spektrum an Energiedienstleistungen zur Verfügung. Leisten können wir das dank unseres engagierten Teams, das stetig wächst.


