Eine Familie bei einem Herbstausflug auf einem Feld

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Herbst in der Heimat: 8 Ausflugsideen für die goldene Jahreszeit in Sachsen

Wenn die Sonne das Land wieder in einen unverwechselbaren, warmen Goldton taucht, ist der Spätsommer in seinen letzten Stunden angekommen – und macht Platz für die wohl schönste Zeit für kleine Reisen in der Heimat. Auf der heutigen Entdeckungstour durch Sachsen bewegen wir uns zwischen tausenden Kürbissen hindurch, fahren im schnaufenden Zug dem Fichtelberg entgegen, genießen einen ruhigen Kurort und übernachten in einer Diesellok. Also, worauf warten wir: Einsteigen, anschnallen und Inspiration für den nächsten Ausflug holen.

Das Schloss Wolkenburg in Limbach-Oberfrohna ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Farbenrausch & Schlossromantik im Chemnitzer Umland

Wer das ultimative Herbst-Feeling sucht, kommt an Schloss und Park Lichtenwalde nicht vorbei. Denn hier verwandelt sich die barocke Anlage von Spätsommer bis Spätherbst in eine Freiluftausstellung. Unter wechselnden Mottos – wie etwa dem „Alten Rom“ – inszenieren Künstler*innen dieses Jahr mit zehntausenden Kürbissen imposante Großskulpturen und fantasievolle Gestalten. Dazu locken das Kürbisschnitzen, herbstliche Genüsse im Kürbis-Shop und schaurig-schöne Halloween-Highlights für die ganze Familie.

Nicht weniger reizvoll geht es in Limbach-Oberfrohna weiter. Eingebettet in das Landschaftsschutzgebiet der Limbacher Teiche warten hier Kultur und tierischer Spaß. Während Schloss Wolkenburg mit seinem weitläufigen Park an der Zwickauer Mulde zum entspannten Spazieren einlädt, sorgt der Amerika-Tierpark mit rund 68 Arten für Neugier und Begeisterung. Besonders sind die begehbaren Anlagen wie das „Flamingoland“ und das „Pinguinland“, wo man den gefiederten Bewohnern ganz nah kommen kann.

Die Fichtelbergbahn ist ein beliebtes Ausflugsziel im Erzgebirge.

Dampfwolken & Handwerk im Erzgebirge

Unser nächster Stopp führt ins Sehmatal, genauer gesagt an den Bahnhof von Cranzahl, wo die Fichtelbergbahn zur Abfahrt bereitsteht. Seit 1897 schnauft die Schmalspurbahn von hier aus knapp 17 Kilometer durch Bergwälder und über das Hüttenbachviadukt hinauf in den Kurort Oberwiesenthal. Wer mag, kombiniert die Fahrt mit einer Wanderung zurück nach Cranzahl entlang des Streckenverlaufs.

Für alle, die lieber mehr zu Fuß als auf dem Gleis unterwegs sind, ist das nicht unweit gelegene Lauter-Bernsbach der ideale Ausgangspunkt. Zwischen Schwarzwassertal und Zwickauer Mulde liegend, gibt es hier unzählige Wanderwege – darunter den Bärenrundweg oder der Aufstieg zum König-Albert-Turm auf dem Spiegelwald zu Herbstspaziergängen. Zum Ausklang des Tages empfiehlt sich das Spirituosenmuseum „Alte Laborantenkunst“ der Traditionsbrennerei Lautergold – natürlich mit einer Verkostung erzgebirgischer Kräuterliköre.

Und wer es noch nicht wusste: In Lauter-Bernsbach liegt die Wiege der industriellen Emaillierung in Deutschland. Das ansässige Unternehmen Omeras veredelt seit über 180 Jahren Stahl mit Glas zu langlebigen Design-Fassaden und Tunnelsystemen, die von London bis nach Asien bei weltweiten Großprojekten im Einsatz sind.

Schlafen auf Schienen im Zwickauer Land

Wir verlassen das Erzgebirge und begeben uns westwärts in Richtung Zwickau. Unser Halt: Wildenfels, Ortsteil Wiesenburg. Am ehemaligen Bahnhof steht hier etwas ganz Ausgewöhnliches: das Lok-Hotel V 180. Hinter dem Kürzel verbirgt sich eine ausrangierte Großdiesellok der Reichsbahn, die mit viel Liebe zum Detail in ein Mini-Hotel umgestaltet wurde. Genächtigt wird im Doppelstockbett aus Metall, umgeben von idyllischer Natur. Die Lok ist aber nicht nur ein Muss für Einbahnromantiker*innen, sondern auch ein cooler Zwischenstopp für alle, die auf dem Muldenradweg verkehren.

Das Sächsische Staatsbad in Bad Elster lohnt sich für kühlere Herbsttage.

Zwischen Welterfindungen, Perlmutt und fürstlicher Ruhe

Unsere herbstliche Entdeckungstour führt uns zum Abschluss ins Vogtland – und beginnt gleich mit zwei Überraschungen in Steinberg. Eines davon lässt sich schon mit der Nase erkennen, bevor es überhaupt in Sichtweite ist: die Wernesgrüner Brauerei. Seit sage und schreibe 1436 wird hier gebraut. Der hauseigene Gutshof sowie der gemütliche Biergarten sind selbstverständlich perfekt für Rast und Stärkung. Fast noch überraschender ist vermutlich ein Fakt aus dem Nachbarort Rothenkirchen. Denn hier begründete der Haarkosmetik-Riese Wella seinen globalen Erfolg, als Franz Ströher im Jahr 1880 mit der Erfindung wasserfester Perückengaze die Basis für die weltbekannte Marke schaffte.

Weiter geht es nach Adorf, wo das Perlmutt- und Heimatmuseum im Freiberger Tor auf neugierige Besucher*innen wartet. Die Ausstellung bringt die faszinierende Welt der einstigen Perlmuttschleiferei näher, die hier Knöpfe, Schmuck und Besteckgriffe für den Weltmarkt produzierte. Übrigens: Nebenan liegen noch die sehenswerte Miniaturschauanlage „Klein-Vogtland“ mit ihren liebevollen Holzmodellen sowie der botanische Alpengarten.

Ein letzter Tipp für die kühleren Monate des Jahres ist das Sächsische Staatsbad mit Saunawelt in Bad Elster. Bereits 1324 urkundlich erwähnt, avancierte der Ort im 19. Jahrhundert zu einer königlichen Oase für Gesundheit und Erholung. Heute lässt es sich hier großartig durch weitläufige, denkmalgeschützte Kuranlagen flanieren und die heilende Kraft der Mineral- und Moorquellen erleben. Ein wahres Paradies, um den goldenen Herbst in aller Ruhe zu zelebrieren.

Stickjacke einpacken und los

Wir können festhalten: Es braucht keine langen Anfahrtswege oder gar das Flugzeug, um gegen Jahresende noch ein paar spannende und erholsame Tage zu verbringen. Es reicht in einigen Fällen sogar das Fahrrad. Ob also Kürbiskunstwerke, die fauchende Fichtelbergbahn, eine Nacht im Lokführerstand oder fürstliche Kurpark-Romantik: Sachsen zeigt sich zwischen Chemnitzer Umland, Erzgebirge, Zwickauer Land sowie dem Vogtland von seiner abwechslungsreichsten Seite. Und da haben wir noch lange nicht alles aufgezählt.

Jetzt heißt es: Rucksack und Jacke schnappen, Lieblingsmenschen einpacken und raus in die goldene Natur, bevor die bunten Blätter wieder verschwunden sind.

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