Kältespeicher

 | Wärme, Kälte

Das Lied von Erwärmung und Abkühlung.

Ganz im Verborgenen wurde in Chemnitz im vergangenen Jahr das 50. Jubiläum der Fernkälteversorgung begangen. 1973 war Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) neben Hamburg eine der ersten Großstädte in Europa mit dieser innovativen Technologie. 

Photovoltaikanlage und Windräder im Sonnenuntergang

Wie Fernwärme und Fernkälte zusammenspielen.

1930 floss durch Chemnitzer Fernwärmerohre erstmals Heißwasser anstatt Dampf. Eine Innovation für die damalige Wärmeversorgung. Die nachhaltige Weiterentwicklung von Wärme- und Kälte-Technologien wurde seitdem mit Nachdruck vorangetrieben.

Der Kältespeicher an der Georgbrücke gilt dabei europaweit als Pilot für die Speicherung klimafreundlicher Fernkälte. Seitdem er 2007 gebaut wurde, sind zahlreiche Anlagen nach seinem Beispiel entstanden. Von der Pharmaindustrie über Flughäfen bis zu Universitäten und Kliniken – Kältespeicher nach dem Chemnitzer Vorbild werden in vielen Branchen eingesetzt.

Kältespeicher im Querschnitt

Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung

Erzeugt wird die Kälte an der Georgbrücke überwiegend aus Wärme. Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung heißt das Prinzip. Dabei wird überschüssige Wärme (also Abwärme) genutzt, um Kälte zu produzieren.

So arbeiten beispielsweise auch die Kälteversorgungssysteme für die Kliniken im Küchwald und in der Flemmingstraße, um die Räume zu kühlen.

In den Herbst- und Wintermonaten sind die Anlagen außerdem dazu in der Lage, Kälte aus der Umwelt aufzunehmen, zu speichern und sie dem System zusätzlich zuzuführen. 

Solarthermieanlage am Brühl

Solarthermie in der Fernwärme – ein neuer Meilenstein

2016 wurde das Gelände an der Georgbrücke erneut zum Vorreiter der Energieerzeugung – mit dem Bau der ersten großen innerstädtischen Solarthermieanlage in Deutschland. Über 200 Chemnitzer Gebäude werden seither über die Anlage anteilig mit regenerativer Fernwärme versorgt.

Dabei wird die Energie der Sonne tagsüber aufgenommen und in thermische Energie (also Wärme) umgewandelt. Jedes Jahr können so etwa 900.000 kWh Wärme erneuerbar und klimafreundlich gewonnen werden.

In den Morgen- und Abendstunden wird die Wärme dann von den anliegenden Unternehmen und Haushalten verbraucht.

Die Stadt Chemnitz gewann 2016 mit dem innovativen Projekt die Solarbundesliga in der Kategorie „Großstädte Wärme“. 

Wer mehr über Fernwärme und -kälte erfahren möchte, kann eine Führung über das Gelände der Zentralen Kälteversorgung buchen. Sobald Termine möglich sind, finden Sie diese auf eins.de/fuehrungen

Skizze Querschnitt Kältespeicher

Aufbau eines Kältespeichers

  • Speicherbauart: oberirdischer Tank, wärmegedämmt
  • Speichermedium: Wasser
  • Volumen: ca. 3500 m³
  • Be- und Entladung: direkter Wasseraustausch
  • Auslegung: 5 °C / 13 °C, Beladen mit max. 4 MW, Entladen mit max. 5 MW

  • Unsere Fernkälte erfüllt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).
  • Die Auslegungsleistung beträgt 20 Megawatt.
  • Auf 4,7 Kilometer beläuft sich die Trassenlänge.
  • Die Nennweite (DN) unserer Rohre liegt zwischen 600 und 50 DN.
  • Die Vorlauftemperatur bei Ankunft im Gebäude beträgt 5 bis 7 °C.
  • Aufgrund der Klimatisierung liegt die Rücklauftemperatur bei 13 bis 15 °C.

Autor/in

Yvonne Kaiser

Yvonne Kaiser

Content Managerin

Ausgezeichnet für unsere Region

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