Wasserhahn aus dem Wasser in ein Wasserbecken fließt

 | Wasser

Aus dem Boden in den Hahn und wieder zurück

So setzen sich die Preise für Trink- und Abwasser in Chemnitz zusammen.

Welche Preise gelten ab 01.01.2023?

Trinkwasser ist eines der wichtigsten und am strengsten kontrollierten Nahrungsmittel – und in Chemnitz von sehr guter Qualität. Damit das so bleibt, investieren wir in die Wartung und Instandhaltung des Trinkwassernetzes sowie in regelmäßige Netzspülungen.

Die Kosten für diese Arbeiten sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Deshalb erhöhen sich die Preise in Chemnitz für Trinkwasser ab dem 01.01.2023. Gleichzeitig erhöhen sich ebenfalls zum 01.01.2023 die Abwasserentgelte im Gebiet der Stadt Chemnitz. Wir erklären, wie sich die Preise ändern, und zeigen Ihnen Möglichkeiten auf, wie Sie Kosten für Trink- und Abwasser einsparen können.

Ab dem 01.01.2023 ändern sich die Entgelte für den Bezug von Trinkwasser sowie für die Anlagennutzung und die Entsorgung von Abwasser. Denn zum einen sind die Kosten gestiegen, um die Anlagen für die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung zu unterhalten. Und zum anderen dauert die Inflation weiter an. Beides zusammen sorgt dafür, dass wir den Trinkwasserpreis (Grund- und Bezugspreis) und die Entgelte für Schmutz- und Niederschlagswasser anpassen müssen.

 

Unter folgenden Links finden Sie die aktuellen Preisblätter für:

  1. Trinkwasser
  2. Schmutz und Niederschlagswasser

Die Entgelte für die Anlagennutzung berechnen wir im Namen und Auftrag des Entsorgungsbetriebes der Stadt Chemnitz (kurz: ESC). Der ESC ist eine juristische Person des öffentlichen Rechts. Deshalb war dieses Entgelt bisher von der Umsatzsteuer befreit. Die ausgewiesenen Nettopreise entsprechen also bis zum 31.12.2022 den Bruttopreisen. Durch eine Änderung im Steuergesetz werden die Leistungen des ESC ab 01.01.2023 mit der aktuell gültigen Umsatzsteuer von 19% abgerechnet.

Abbildung die die häufigsten Wasserverbrauchsquellen der Deutschen zeigt
© Statista

Ein kurzer Exkurs: So viel Wasser verbrauchen wir Sachsen

Für viele Menschen auf der Welt ist das purer Luxus, was für uns selbstverständlich ist: Hochqualitatives Trinkwasser, das einfach aus einem Hahn an der Wand fließt.

Sächsinnen und Sachsen verbrauchen durchschnittlich 96,6 Liter Trinkwasser pro Tag. Das ergibt 35,26 Kubikmeter im Jahr. Damit liegt Sachsen unter dem Bundesdurchschnitt: Denn der durchschnittliche Bundesbürger verbraucht circa 127 Liter pro Tag und damit 46,35 Kubikmeter im Jahr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talsperre Eibenstock
© Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Albrecht Holländer

Woher kommt das Chemnitzer Trinkwasser?

Ein Blick in die Vergangenheit.

Chemnitz war Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung eine der am schnellsten wachsenden Städte in Europa. Eine besondere Herausforderung für die Wasserversorgung der Stadt war damals der Umstand, dass innerhalb der Stadtgrenzen für den vorhandenen Bedarf nicht genügend Wasser zur Verfügung stand und die wenigen verfügbaren Ressourcen durch die Industrie zunehmend verschmutzten.

Deshalb trafen die Chemnitzer zu dieser Zeit eine historische Entscheidung: „Hin zu den Quellen“ – und im Erzgebirge ein Verbundsystem von Talsperren errichten. Das sicherte sowohl die notwendigen Wassermengen, zum Beispiel während Trockenperioden, als auch eine exzellente Qualität des Wassers, von der wir heute noch profitieren.

Damals war die neue Lösung eine technische Revolution, weshalb sie unter anderem auch auf Weltausstellungen vorgestellt wurde und mehrfach internationale Preise erhielt.

Zwischen 1894 und 1933 wurden im Auftrag der Stadt Chemnitz die Talsperren Einsiedel, Neuzehnhain 1 und 2 sowie Saidenbach fertiggestellt. In den 1970er Jahren wurde dieses System dann um die Talsperre in Eibenstock und ein Fernwasserverbundsystem erweitert.

Eine Familie (Vater, Mutter, Kind) die gemeinsam Wasser trinken. Für uns alle. Trink Wasser von eins.
© eins

Und heute?

Auch heute kommt das Chemnitzer Trinkwasser zum größten Teil aus dem Sächsischen Talsperrenverbund. Er speichert vor allem Oberflächenwasser und gibt es als Rohwasser an die Wasserwerke ab. Auf der Website des Verbundes finden Sie unter anderem eine interaktive Karte, in der die Talsperren in Mittel- und Südsachsen hinterlegt sind.
Der Zweckverband Fernwasser Südsachsen wiederum bereitet das Talsperrenwasser zu Trinkwasser auf und liefert es bis zur Stadtgrenze. Dort übernimmt der Verteilnetzbetreiber inetz das Trinkwasser und liefert es an Sie, unsere Kund*innen.
Über ein unterirdisches Rohrsystem gelangt das Trinkwasser zu Ihnen nach Hause. Auf der Karte Chemnitzer Ortsteile können Sie nachsehen, aus welchem Wasserwerk Ihr Trinkwasser stammt.
Heute können die Stadt Chemnitz, das mittlere Erzgebirge und Mittelsachsen auch bei mehrjährigen Trockenperioden mit Trinkwasser aus dem Fernwasserverbundsystem versorgt werden. Das Talsperrensystem „Mittleres Erzgebirge“ verfügt über Speicherressourcen, die für den Bedarf dieser Region bemessen sind und unterschiedliche Niederschlagsperioden berücksichtigen.
Ebenso sind die Kapazitäten von insgesamt 14 innerstädtischen Trinkwasserspeichern auch für Spitzenverbräuche an heißen Tagen für Chemnitz ausgelegt.

Wasser Hochbehälter in Chemnitz an der B95
© eins

Was macht das Chemnitzer Trinkwasser besonders?

Das Trinkwasser in Chemnitz ist besonders weich. Das liegt daran, wie der Boden in unserem Einzugsgebiet beschaffen ist (Gneis, Granit und Schiefer). Im Durchschnitt hat das Chemnitzer Trinkwasser 4,6° DH (Deutsche Härte). Zum Vergleich: Der allgemeine Grenzwert für weiches Trinkwasser liegt bei 8,1° DH – also deutlich darüber.

Diese Eigenschaft macht unser Trinkwasser besonders wertvoll, da es eine sparsame Verwendung erleichtert. Es kann ohne vorherige Filterung genutzt werden, um Babynahrung, Kaffee und Tee zuzubereiten. Und: In weichem Wasser lösen sich Reinigungsmittel wie Waschmittel oder Duschgel besonders leicht und rückstandsfrei. So entfalten sie eine optimale Reinigungswirkung.

Auch Ihren Durst können Sie bedenkenlos mit Trinkwasser stillen – und Sie müssen keine Wasserflaschen oder -kästen nach Hause tragen.

Luftbildaufnahme der Chemnitzer Kläranlage
© ESC - Kläranlage in Chemnitz

Und wie genau entsteht 
eigentlich Abwasser?

Genutztes Trinkwasser wird als Schmutzwasser über das Abwassersystem in Kläranlagen zurückgeführt und wiederaufbereitet. Das ist jedoch nicht die einzige Art, wie Abwasser entstehen kann.

Niederschlagswasser, z.B. Regen oder auch schmelzender Schnee, kann in versiegelten Flächen nicht einfach versickern und muss demzufolge auch über Abwasseranlagen abgeführt werden. Das Entgelt für Niederschlagswasser richtet sich nicht nach der Menge des Niederschlags, sondern nach den Quadratmetern bebauter (=versiegelter) Grundstücksfläche. Darunter zählen Dachflächen, gepflasterte Einfahrten und Wege innerhalb Ihres Grundstücks.

 

 

 

Schmutzwasser: abhängig von der Trinkwasserentnahme.

Über Ihren Trinkwasserzähler wird erfasst, wie viel Trinkwasser Sie in Ihrem Haushalt beziehen. Dieser Zählerstand wird auch herangezogen, um Ihr Schmutzwasserentgelt zu berechnen. Sie zahlen pro Kubikmeter verbrauchten Trinkwassers gleichzeitig auch für einen Kubikmeter Schmutzwasser. Die Entgelte für das Schmutzwasser setzen sich zusammen aus:

  1. Dem Entgelt für die Schmutzwasserbeseitigung. Es beinhaltet die Nutzung der Anlagen, die das Schmutzwasser in die Kläranalage abführen. Das bedeutet, dieses Entgelt fließt in die Instandhaltung der Schmutzwasseranlagen sowie ggf. in Investitionen und in deren Ausbau. Die Verantwortung dafür trägt der ESC.
  2. Dem Entgelt für die Schmutzwasserentsorgung. Es deckt die Betriebskosten für eins ab, um das Wasser in den Abwasserkanal zu leiten und es in einer Kläranalage zu reinigen.

Das bedeutet für Sie: Wenn Sie Trinkwasser einsparen, senken Sie gleichzeitig Ihre Kosten für Schmutzwasser. Den größten Hebel, um weniger Trinkwasser zu verbrauchen, bieten effiziente Reinigungsgeräte, wie Spülmaschinen (anstelle des händischen Spülens) und Waschmaschinen. Weitere Spartipps für Warmwasser finden Sie auf unserer Website.

 

Niederschlagswasser: Je weniger grün, desto höher die Kosten.

Je mehr Fläche Sie auf Ihrem Grundstück versiegelt haben, beispielsweise mit Pflastersteinen, Beton- oder Asphaltbelägen, umso höher ist das zu entrichtende Entgelt. Denn dadurch kann weniger Wasser im Boden versickern. Stattdessen wird es über die Abwasseranlagen entsorgt. Das wiederum erzeugt Kosten.

Wie beim Schmutzwasser werden die Entgelte auch beim Niederschlagswasser nach Anlagennutzung und Entsorgung getrennt. Der ESC erhält wiederum ein Entgelt, das sich auf die Instandhaltung und den Ausbau der Anlagen bezieht. eins bekommt das Entgelt, das dazu dient, das Niederschlagswasser zu entsorgen und zu reinigen.

Wie kann ich Kosten für Niederschlagswasser sparen?

Sie können Ihr individuelles Entgelt für Niederschlagswasser zum einen verringern, wenn Sie Ihre Grundstücksflächen entsiegeln. Zum anderen können Sie Niederschlagswasser in Zisternen und Ähnlichem sammeln, um es in Ihrem Haushalt (z.B. bei der Toilettenspülung oder für die Waschmaschine) zu nutzen.

Niederschlagswasser ist besonders weich, weswegen es sich sehr gut für Ihre Waschmaschine eignet.

Als Faustregel gilt: Je weniger Niederschlagswasser von Ihrem Grundstück in das Abwassernetz gelangt, desto weniger Entgelte müssen Sie entrichten. Es ist sogar möglich, Ihr Grundstück so zu gestalten, dass Sie überhaupt kein Niederschlagswasser in das Abwassernetz einleiten. Das ist jedoch stark von der Lage Ihres Grundstücks abhängig und bedarf behördlicher Prüfung und Genehmigung.

Damit Niederschlagswasser auf Ihrem Grundstück leichter versickern kann, können Sie verschiedene bauliche Maßnahmen ergreifen. Dadurch senken Sie den sogenannten Abminderungsfaktor.

Lassen Sie die .Maßnahmen einfach direkt prüfen.

 

 

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    Foto von Katharina Prager

    Katharina Prager

    Bestandskundenmanagerin

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