Presseinformation: ESC und eins nehmen neuen Gasspeicher an Zentraler Kläranlage feierlich in Betrieb
Der Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz (ESC) und Infrastrukturdienstleister eins haben am 30. März 2026 einen neuen, modernen Gasspeicher auf dem Gelände der Zentralen Kläranlage feierlich in Betrieb genommen.
Die Anlage dient der Speicherung des vor Ort erzeugten Faulgases. Die Investitionskosten in Höhe von rund 4,7 Millionen Euro netto werden vom ESC als Eigentümer der Zentralen Kläranlage getragen. eins kümmert sich im Auftrag des ESC um die Betriebsführung.
Marcus Kropp, Betriebsleiter des ESC: „Als Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz investieren wir jährlich rund 60 Millionen Euro in Projekte für eine zuverlässige und nachhaltige Abwasserbeseitigung. Der Neubau des Gasspeichers auf dem Gelände der Zentralen Kläranlage ist eine dieser wichtigen Investitionen. Sie trägt nicht nur den gestiegenen Anforderungen an die Kapazität der Anlage Rechnung, sondern ist mit Blick auf die Zukunft ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zur angestrebten Energieneutralität der Zentralen Kläranlage in Chemnitz.“
Das ganzjährig anfallende Faulgas wird vorrangig zur Erzeugung von Strom und Wärme mittels zweier Blockheizkraftwerke-Module mit jeweils 600 KW elektrischer Maximalleistung genutzt. Darüber hinaus kann das Faulgas auch in zwei Haustechnikkesseln zur ausschließlichen Wärmeerzeugung genutzt werden. „So gelingt es rund 70 Prozent der Elektroenergie und etwa 88 Prozent Wärme der Kläranlage selbst zu erzeugen“, verdeutlicht Roland Warner, Vorsitzender der eins-Geschäftsführung. Die Tendenz sei steigend und das Ziel langfristig die komplette Autarkie des Prozesses der Abwasserbehandlung. Schon jetzt sichern der Gasanfall, der Gasspeicher und die Gasverarbeitung in Erzeugeranlagen den Betrieb der Abwasserreinigung auch im Blackout-Fall.
Die Errichtung des neuen Speichers erfolgte als Ersatzneubau für einen über 25 Jahre am gleichen Standort befindlichen Speicher, der im Juli 2024 außer Betrieb genommen und abgerissen wurde. Er war mit einer nominalen Kapazität von lediglich 4.000 Kubikmetern dem wachsenden und schwankenden Faulgasanfall nicht mehr gewachsen. Der neue Gasspeicher ist 15,5 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 27 Metern und bietet mit 7530 Kubikmetern fast das doppelte Fassungsvermögen. Errichtet wurde die Stahlbehälterkonstruktion auf einem Fundament. Im Inneren des Behälters befindet sich eine gasdichte Membran, welche das Gas speichert, sowie auf der Membran eine Ballastplatte. Diese Ballastplatte ist mit Gewichten austariert, um einen Systemdruck von 39 mbar sicherzustellen.
Das Faulgas wird in zwei Faulbehältern erzeugt. Dabei werden die permanent auf der Zentralen Kläranlage anfallenden verschiedene Schlämme auf rund 37°C erhitzt und abwechselnd in die beiden Faulbehälter gepumpt. Dort erzeugen Mikroorganismen aus den in den Schlämmen enthaltenen organischen Inhaltsstoffen unter anderem Faulgas, das etwa 60 Prozent Methan enthält. Das Faulgas sammelt sich oben im sogenannten Gasdom der Faulbehälter und wird von da aus zum Gasspeicher abgeleitet. Dort wird es zwischengespeichert und bedarfsweise an die Verbraucher abgegeben.
Ausgeführt wurden die bautechnischen Arbeiten von der Firma Wolfgang Scharnagl GmbH aus Annaberg-Buchholz, die Maschinen- und Elektrotechnik von der Firma HYDROBAU Umwelttechnik GmbH aus Riesa übernommen und die Elektrotechnik vom Subunternehmen Prozesstechnik Wölfer GmbH aus Chemnitz installiert.
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