Vom Schornstein zum Kunstwerk

Wie soll der eins-Schornstein leuchten?

Beleuchtungstest in einer früheren Variante

Seit vier Jahren prägt der bunte, 302 Meter hohe Schornstein des eins-Heizkraftwerks die Silhouette der Stadt Chemnitz. Das wahrscheinlich höchste Kunstwerk der Welt soll auch in den Abend- und Nachtstunden stärker wahrgenommen werden. Seit 12. August konnten die Chemnitzer über drei Beleuchtungsvarianten abstimmen.

Mit insgesamt mehr als 10.000 Abstimmungen haben viele Chemnitzer für ihre Lieblingsvariante abgestimmt. Von diesem hohen Interesse sind wir sehr beeindruckt. Daher können wir die Abstimmung schon jetzt beenden und nutzen den zeitlichen Vorlauf, um die Abstimmungen auszuwerten, den Künstler Daniel Buren über das Ergebnis zu informieren und die Bestellung der LEDs vorzubereiten.

Am Montag, dem 21. August werden wir die Gewinnervariante hier an dieser Stelle bekanntgeben.


Panoramablick

Genießen Sie die Aussicht vom eins-Schornstein. Aus rund 250 Metern Höhe bietet sich Ihnen ein beeindruckender Blick über Chemnitz. » Klicken Sie hier.


Sanierungsschritte

eins sanierte in den vergangenen drei Jahren die Außenhülle des 302 Meter hohen Schornsteins des Heizkraftwerkes Chemnitz. Wind, Regen und Frost hatten dem Stahlbeton in den letzten 30 Jahren zugesetzt. Eine Sanierung des höchsten Bauwerkes in Sachsen wurde notwendig, um den weiteren Betrieb zu sichern. Deshalb wurden zuerst die lockeren kleineren Teile der Außenhülle grob entfernt. Danach bereiteten spezielle höhentaugliche Arbeiter die Oberflächen für die nachfolgenden Instandsetzungen auf. Anschließend wurde die Oberfläche mit einem kunstharzgebundenen Beton behandelt beziehungsweise gespachtelt. Nach der Grundierung haben die Arbeiter als letzten Schritt der Sanierung die bunte Industriefarbe aufgetragen, die das Bauwerk vor Wind und Wetter schützt und ihm einen individuellen Anstrich verleiht.


Farbgestaltung

Für diesen letzten Schritt der Sanierungsarbeiten hatte sich eins etwas ganz besonderes ausgedacht. Die 18.000 Quadratmeter große Außenhülle wurde nach einem Entwurf des französischen Künstlers Daniel Buren gestaltet, der sieben etwa gleichgroße farbige Abschnitte vorsieht. Bei der Auswahl der Farben war es dem Künstler wichtig, dass der Schornstein sich auch aus weiter Entfernung gut von seiner Umgebung abhebt. So entstand die Idee, für die sieben Segmente des Schornsteins sieben kontrastreiche, fröhliche Farben zu verwenden.

Beim Anordnen der Farben geht Buren in seinen Werken nach einer einfachen Logik vor: „Um der Frage von Harmonie und Disharmonie aus dem Weg zu gehen, ordne ich die Farben alphabetisch. Die Anfangsbuchstaben der jeweiligen Farben geben die Reihenfolge vor. Ich nehme jeweils die Landessprache und ordne die Farben ihrem Namen nach an. Wenn es sich um eine horizontale Anordnung handelt, dann von links nach rechts. Und wenn man ein Gebäude wie in diesem Fall hat, das in die Höhe geht, dann nehme ich die Reihenfolge, die man auch von der Etagenanordnung in einem Aufzug her kennt. Dann beginne ich im Erdgeschoss im lateinischen Alphabet mit dem „A“ und steige weiter nach oben. So ergibt sich vielleicht eine Harmonie oder vielleicht eine Disharmonie, aber das ist nicht wichtig, denn man kann es erklären und darum ist diese Anordnung so gewählt. Die Reihenfolge der Farben entspricht nicht irgendeinem bestimmten Geschmack, auch nicht meinem“ erklärt der Künstler im Interview. Der eins-Schornstein erstrahlt jetzt in den Farben:

Verkehrsgelb

255 m - 302 m

Signalviolett

210 m - 255 m

Melonengelb

165 m - 210 m

Himmelblau

120 m - 165 m

Gelbgrün

75 m - 120 m

Erdbeerrot

40 m - 75 m

Aquamarin

0 m - 40 m


Der Künstler

Daniel Buren wurde 1938 in der Nähe von Paris geboren. Er studierte 1957 bis 1960 Skulptur und Malerei an der École des Metiers d’Art in Paris. Daniel Buren war mehrfach auf der Documenta in Kassel vertreten. 2007 wurde Buren mit dem japanischen Praemium Imperiale ausgezeichnet, der vom japanischen Kaiser überreicht wird. Dieser Preis wird auch „Nobelpreis der Künste“ genannt. Im Mai 2012 eröffnete Daniel Buren im Rahmen der Monumenta im Grand Palais in Paris ein monumentales Werk auf 10.000 qm Grundfläche. Daniel Buren hat langjährige Erfahrung mit künstlerischen Lösungen für großräumige Projekte.