Abwasser

Umweltgerechte Abwasserentsorgung 

Im Auftrag der Stadt Chemnitz übernimmt eins die Abwasserableitung
und -behandlung. 

Hierzu gehören: 

  • die Sammlung, Ableitung und Behandlung des in öffentliche Abwasseranlagen eingeleiteten Abwassers
  • die Übernahme und Reinigung von Abwasser und Schlämmen aus Kleinkläranlagen sowie abflusslosen Gruben
  • der Betrieb und die Instandhaltung der öffentlichen Abwasseranlagen
  • kaufmännische Aufgaben wie Abrechnung und Inkasso

Im Durchschnitt verbraucht jeder Chemnitzer pro Tag 110 Liter Trinkwasser. Zwei Drittel davon werden für die Körperpflege und die Toilettenspülung genutzt; so wird aus Trinkwasser Abwasser.  

Das Abwasser der Stadt Chemnitz und aus Teilen des Umlandes gelangt durch ein ausgeklügeltes Kanal- und Rohrsystem in die Zentrale Kläranlage nach Chemnitz-Heinersdorf. Hier wird es gesammelt, behandelt und in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt. 

 

Das Kanalnetz

Über Hausleitungen (Ø 15 Zentimeter) gelangen die Abwässer in das unterirdische Kanalnetz von Chemnitz. 

Das Netz ist rund 1.000 Kilometer lang: mehr als 600 Kilometer für Mischwasser (Schmutz- und Regenwasser werden gemeinsam abgeleitet), etwa 190 Kilometer für Schmutzwasser und 160 Kilometer für Regenwasser. Die Kanäle bestehen überwiegend aus Steinzeug, Beton, Metall, Kunststoff oder Mauerwerk. Die größten unter ihnen messen 4 Meter in der Breite und 3 Meter in der Höhe. Die Kanäle liegen durchschnittlich 2 bis 3 Meter tief. 

In Chemnitz gibt es 52 Regenrückhaltebecken mit einer Speicherkapazität von 39.000 Kubikmeter.

Fast 500 Sonderbauten, wie Regenüberläufe, Regenüberlaufbecken oder Dükeranlagen leiten die Abwässer kontrolliert zur Behandlung in die Zentrale Kläranlage und helfen die Abwasserentsorgung in Chemnitz jederzeit sicherzustellen. Hinzu kommen 69 Anlagen zur Rückhaltung des Regenwassers (Rückhaltebecken, Stauraumkanäle, Rigolen-Systeme). Einige der Anlagen werden mithilfe eines Fernüberwachungssystem rund um die Uhr kontrolliert. Das System zeigt den Zustand von Pumpen und Regeleinrichtungen, Füllstände und Störungen an. 

Eine wichtige Rolle nehmen die 22 Regenüberlaufbecken ein. Sie sind unterirdisch zum Beispiel im Stadtpark und im gesamten Stadtgebiet verteilt; das größte im Kanalnetz integrierte Becken fasst 1.400 Kubikmeter Mischwasser. Um die Kanäle bei starkem Regen zu entlasten, wird das Wasser über sogenannte Überläufe in die Becken abgeführt und zwischengespeichert. Sind die Kanäle wieder frei, wird das Wasser für den weiteren Transport abgegeben. 

Die gesamte Speicherkapazität der Anlagen im Kanalnetz beträgt derzeit mehr als 51.000 Kubikmeter.  Zum Vergleich: 100 Wassereimer entsprechen 1.000 Liter; das ist 1 Kubikmeter.  

28 Mitarbeiter bei eins übernehmen die Betriebsführung im Abwassernetz. Sie kontrollieren und reinigen regelmäßig die abwassertechnischen Anlagen. Leitungen und Kanäle werden mit Hilfe modernster TV-Inspektionstechnik untersucht und mittels verschiedener Verfahren (z. B. Hochdruckspültechnik) gereinigt. 

 

Abwasserbehandlung

Die Zentrale Kläranlage muss die Abwässer von etwa 240.000 Einwohnern behandeln. Sie kann insgesamt 9.450 Kubikmeter pro Stunde aufnehmen, das sind 2.635 Liter in einer Sekunde. Täglich werden durchschnittlich 160.000 Kubikmeter Abwasser gereinigt; bei trockenem Wetter sinkt die Menge auf 50.000 Kubikmeter, bei Regen kann sie bis auf 220.000 Kubikmeter steigen.

Jährlich bewältigt die Anlage zwischen 30 und 38 Millionen Kubikmeter Schmutz- und Niederschlagswasser.

In den vier runden Nachklärbecken erfolgt der letzte Schritt der biologischen Reinigung. Im Hintergrund die beiden Faultürme.

Der gesamte Reinigungsprozess des Abwassers mit allen Anlagenteilen wird zentral überwacht und gesteuert. Online können so beispielsweise Sauerstoffgehalt, Nitrat-, Ammonium- sowie Phosphorkonzentrationen analysiert werden. Die Mitarbeiter in der Zentralen Warte bedienen die Anlage voll umfänglich und können über die Leittechnik auf die Aggregate zugreifen. An die Warte ist außerdem das Fernüberwachungssystem des Kanalnetzes angebunden. 

Die Reinigung der Abwässer erfolgt nun nacheinander, erst in der mechanischen und anschließend in der biologischen Reinigung. Zum Prozess der mechanischen Reinigung gehören der Geröllfang, die Rechenanlage, der Sandfang und die Vorklärbecken. Nach der Vorklärung sind ungelöste grobe und absetzbare Bestandteile aus dem Abwasser entfernt. Die biologische Reinigung beginnt in den Belebungsbecken und endet in den Nachklärbecken. Umweltgerecht gereinigt wird das Abwasser in den Chemnitzfluss abgeleitet. Dabei sind bestimmte Grenzwerte vorgeschrieben, die unterschritten werden müssen. eins hält die vorgegebenen Werte ein bzw. unterschreitet sie deutlich. Der Ablauf selbst wird 24 Stunden täglich überwacht, mittels Laboranalysen und Online-Messtechnik.  

» Ausführliche Informationen zur Reinigung der Abwässer in der Zentralen Kläranlage 

 

Rückstau

Abwasser fließt im Normalfall problemlos über die Kanalisation ab. Ein Rückstau kann entstehen bei sehr starkem Regen. Dann kann sich das Wasser bis in die Hausanschlüsse zurück stauen; es entsteht ein hoher Druck, der entweichen will. Dabei können erhebliche Schäden entstehen (vollgelaufene Keller, Souterrains).  
Öffnungen, wie Abläufe für Niederschlagswasser, Bodenabläufe, Klosettbecken oder Schächte, die unterhalb der Rückstauebene liegen, müssen gesichert werden. Das ist auch gesetzlich festgelegt (Satzung über die öffentliche Abwasserbeseitigung in der Stadt Chemnitz – Entwässerungssatzung § 15).  

Ihre Sanitärfachfirma berät Sie gern. 

Die Rückstauebene ist die jeweilige Straßenoberkante vor dem Grundstück.  

 

ESC – Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz 

Der Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz (ESC) erfüllt die in der Stadt Chemnitz nach dem Sächsischen Wassergesetz obliegenden Pflichten zur Abwasserbeseitigung. Die damit verbundenen Aufgaben führt der ESC in Kooperation mit eins durch. Der ESC verwaltet das im Eigentum der Stadt Chemnitz stehende Anlagevermögen der Abwasserentsorgung, einschließlich dazugehöriger Grundstücke, Fuhrpark und sonstiger wesentlicher Vermögensgegenstände.   

 

Zahlen und Fakten

Länge Abwassernetzca. 1.000 km
Mischwasserkanäle613 km
Schmutzwasserkanäle202 km
Regenwasserkanäle168 km
Regenrückhaltebecken55
Regenüberlaufbecken25
Regenklärbecken2
Pumpwerke44
Düker30 km
Klärschlamm18 t OTS (Wasseranteil 70 Prozent)