Biogas

eins-Biogasanlage liefert Strom und Wärme

Brandis: Auf dem ehemaligen Militärflugplatz befindet sich die Bioerdgas-Einspeiseanlage sowie eine Photovoltaikanlage.

Rund 20 Kilometer östlich von Leipzig, im Energiepark Waldpolenz (Brandis) ging im Juli 2013 unsere Bioerdgas-Einspeiseanlage in Betrieb. eins erzeugt in der Anlage aus 52.000 Tonnen Gras- und Maissilage, Zuckerrüben und landwirtschaftlichen Reststoffen Bioerdgas, das in das nahe Erdgasnetz eingespeist wird. 

Mit der erzeugten Energie können jährlich etwa 7.000 Haushalte mit Strom und 2.700 Haushalte mit Wärme versorgt werden. Die Anlage verfügt über eine Einspeiseleistung von 700 Normkubikmetern Bioerdgas in der Stunde. Das entspricht einer Energieerzeugung von 61 Gigawattstunden (GWh) Bioerdgas pro Jahr. 

Unsere Investitionen in die Anlage belaufen sich auf rund 12 Millionen Euro. Unser Partner beim Bau war die juwi-Gruppe. juwi gehört zu den führenden Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien mit mehr als 1.800 Mitarbeiter weltweit. 


Die ökologische Alternative

Biogas entsteht durch anaerobe Fermentation von Biomasse, das heißt Vergärung unter Ausschluss von Luft. Biogas ist ein Gemisch, das zum überwiegenden Teil aus Methan (50 bis 75 Prozent), Kohlenstoffdioxid (25 bis 45 Prozent) sowie Wasserdampf besteht. Neben diesen Komponenten sind im Biogas Spuren von elementaren Stickstoff, Schwefelwasserstoff, Wasserstoff und Ammoniak zu finden. Der energetisch nutzbare Teil des Biogases ist Methan.

Der Einsatz von Biogas ist vielseitig. Biogas kann beispielsweise zur direkten Erzeugung von Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) verwendet werden. Außerdem kann es nach verschiedenen Aufbereitungsschritten als vollwertiges Erdgassubstitut genutzt werden.

Die Aufbereitung zu Biomethan und anschließende Einspeisung in das Erdgasnetz ermöglicht die Nutzung in allen bisher bestehenden Erdgasverwertungspfaden (Kraftstoff, KWK, Wärme) sowie die Trennung zwischem dem Ort der Erzeugung und der Verwertung. So kann das Biomethan an den Ort transportiert werden, an dem es den höchsten Nutzen stiftet. Ein zusätzlicher Vorteil gegenüber anderen regenerativen Energien ist die direkte, kostengünstige Speicherfähigkeit im Erdgasnetz oder in externen Gasspeichern. 

Um Biogas in das Erdgasnetz einspeisen zu können, muss es aufbereitet und so an die Erdgasqualität angepasst werden. Die Hauptkriterien sind dabei die Einstellung des im Gasnetz vorliegenden Brennwertes und des Wobbe-Index (Qualitätskriterium). Dazu müssen vor allem das enthaltene Kohlenstoffdioxid und weitere  Begleitstoffe abgetrennt werden. Dadurch kann ein Methangehalt von bis zu 99 Prozent erzielt werden.

Bevor das Biogas als sogenanntes Biomethan beziehungsweise Bioerdgas in das Erdgasnetz eingespeist wird, erfolgt eine Anpassung des Brennwertes und eine Odorierung; das Erdgas wird mit einem Duftstoff versetzt. 

Mögliche Verfahren zur Biogasaufbereitung sind unter anderem: Druckwasserwäsche, Druckwechseladsorption und Aminwäsche. 

Die Biogas-Kette von der Entstehung bis zur Netz-Einspeisung