Liberalisierung

Liberalisierung des Energiemarktes

Die Liberalisierung des deutschen Energiemarktes begann 1998, als die Regelungen der EG-Binnenmarktrichtlinien in deutsches Recht umgesetzt wurden (Energiewirtschaftsgesetz EnWG). Seitdem herrscht in Deutschland ein Wettbewerb unter etwa 1.100 Strom- und 900 Gasanbietern.  

Das Energiewirtschaftsgesetz vom 24. April 1998 legte fest, dass allen Unternehmen ein diskriminierungsfreier Zugang zu den Strom- bzw. Gasnetzen gewährt werden muss. Das Zweite Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG), das im Juli 2005 in Kraft trat, regelt die Rahmenbedingungen der Gas- und Stromversorgung und soll eine möglichst effiziente, preisgünstige, sichere, umweltverträgliche und verbraucherfreundliche Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas gewährleisten. 

Ziel der Regulierung der Strom- und Gasversorgungsnetze ist, einen wirksamen und unverfälschten Wettbewerb sicherzustellen. Das EnWG hat zwischenzeitlich - zuletzt am 16. Januar 2012 - weitere Änderungen erfahren. 


Zentrale Inhalte des novellierten EnWG:

  • diskriminierungsfreier Zugang zu Netzen gegen ein Netznutzungsentgelt 
  • Entflechtung von Verteiler- und Transportnetzen, d.h. die Trennung zwischen dem Netzbereich und den sonstigen Unternehmensbereichen, wie z.B. Energieerzeugung  (informatorisch, buchhalterisch, gesellschaftsrechtlich und personell)
  • Bestimmung der Bundesnetzagentur als nationale Regulierungsbehörde 
  • Stromkennzeichnung für Endverbraucher, die den Strommix offenlegt 
  • Genehmigungsverfahren für Netznutzungsentgelte 
  • Liberalisierung des Messwesens 
  • Smart Metering (Einrichtung intelligenter Zähler) 
  • Informations- und Hinweispflichten gegenüber Letztverbrauchern 
  • Schlichtungsstelle Energie