Anreizregulierung

Regelungen für Strom- und Gasnetzbetreiber

Seit Januar 2009 werden mit der Verordnung über die Anreizregulierung der Energieversorgungsnetze vom 29.10.2007 den Netzbetreibern Obergrenzen für die Erlöse aus Netzentgelten bestimmt. Die sogenannte „Anreizregulierung“ soll zu mehr Wettbewerb führen, die Effizienz der Unternehmen steigern und auf diese Weise die Kosten für den Verbraucher reduzieren.

Strom- und Gasnetzbetreiber erhalten von den Wettbewerbern Netzentgelte für die Durchleitung von Strom und Gas. Auf diese Weise finanzieren sie unter anderem die Wartung und den Ausbau der Netze. Der Anteil der Netzentgelte am Strompreis beträgt derzeit zirka ein Drittel – beim Gas macht dieser Anteil etwa ein gutes Fünftel aus. Die Netzentgelte werden von der Bundesnetzagentur oder der Landesregulierungsbehörde genehmigt. 

Effizienzverbesserung als Ziel

Es gibt vorerst zwei, jeweils fünf Jahre währende Regulierungsperioden. In der ersten Regulierungsperiode müssen die Unternehmen eine Effizienzverbesserung von 1,25 Prozent pro Jahr erreichen - in der zweiten 1,5 Prozent pro Jahr. Ausgangswerte hierfür sind die zuletzt genehmigten Netznutzungsentgelte unter Berücksichtigung von Effizienzvorgaben und allgemeiner Inflationsentwicklung.

Erlösvorgaben

Die Verordnung gibt Erlösvorgaben vor, die sich nach der Effizienz der Branchenbesten richten. Je weiter sich ein Netzbetreiber von diesen Werten entfernt, desto ineffizienter ist er. Da sich vereinfacht dargestellt der Gewinn aus der Differenz von Umsatz und Kosten ergibt, zwingt die Erlösvorgabe zu einer Reduzierung der beeinflussbaren Kosten wie Material, Personal und Investitionen. Sind die Kosten zu hoch, muss das Unternehmen sinkende Gewinne und gegebenenfalls Verluste hinnehmen. Fallen die Kosten indes niedrig aus, besteht beispielsweise die Möglichkeit, in das bestehende Netz zu investieren.

Kritik an der Anreizregulierung

Die Netzbetreiber kritisieren unter anderem den Zwang, Kosten senken zu müssen. Dies wirkt sich möglicherweise auch auf künftige Investitionen aus. So ist nicht ausgeschlossen, dass infolge der Anreizregulierung Erschließungen vorrangig bedarfsorientiert geschehen, Nutzungsdauern ausgereizt und Unternehmensprozesse gestrafft werden. Ebenso wird bemängelt, dass man sich nur schwer an die Effizienzwerte der Branchenbesten annähern könne. Auch werde keine Rücksicht auf regionale Besonderheiten genommen. Die Mehrheit der Netzbetreiber geht langfristig von einer Verschlechterung der Versorgungsqualität aus.